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Bodenbakterien: Gesunde Böden dank Bodenbakterien

 

Im Boden lebende Bakterien besiedeln Pflanzenwurzeln. Einige davon schützen Pflanzen vor Schädlingen. Das Projekt "Bodenbakterien" suchte nach Möglichkeiten, die Gesundheit von Landwirtschaftsböden mit Hilfe von Bodenbakterien zu fördern und zu verbessern.

Hintergrund (laufendes Forschungsprojekt)

Im Boden lebende Schadinsekten und pathogene Pilze, die Pflanzenkrankheiten über den Boden übertragen und die Wurzeln der Pflanzen angreifen, lassen sich nur sehr schwer mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. Sie stellen daher ein grosses Problem für die Landwirtschaft dar und verursachen beträchtliche Schäden. Eine Chance zu ihrer Bekämpfung bieten einige natürlich vorkommende Bodenbakterien. Sie können Pflanzenwurzeln sehr effizient besiedeln und die Abwehrmechanismen der Pflanzen in Gang setzen. Auf diese Weise halten sie Schädlinge und schädliche Pilze von den Pflanzen fern.

Ziel

Ziel des Projekts war es, zu untersuchen, ob die Anzahl und Aktivität nützlicher Bakterien der Gattung Pseudomonas in den für den Weizenanbau genutzten Schweizer Böden im Zusammenhang mit der natürlichen Krankheitsresistenz des Bodens steht. Im Weiteren sollte festgestellt werden, mit welchen landwirtschaftlichen Anbaumethoden sich diese Nutzbakterien fördern lassen. Mit Hilfe von Pseudomonaden und anderen nützlichen Mikroorganismen, vor allem den insektenschädigenden Fadenwürmern (Nematoden), sollten Biokontrollmethoden entwickeln werden, um bei Weizen- und anderen Getreidekulturen Krankheiten und Schädlinge auf natürliche Weise zu bekämpfen.

Ergebnisse

Die für Pflanzen nützlichen Pseudomonas-Bakterien sind in Schweizer Landwirtschaftsböden weit verbreitet und dort gegen unterschiedlichste Pilze aktiv. Eine hohe Anzahl bestimmter Gruppen dieser Bakterien scheint mit einer geringen Anzahl bestimmter Pilzerreger und der Resistenz gegen bestimmte Krankheiten zu korrelieren. Allerdings gibt es nebst den untersuchten Pseudomonaden wahrscheinlich noch viele weitere Mikroorganismen, die zur Bodengesundheit beitragen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anzahl der Nutzbakterien durch bestimmte Anbaumethoden beeinflusst werden kann. In integrierten Produktionssystemen ohne Bodenbearbeitung stieg beispielsweise die Anzahl der Mikroorganismen einer bestimmten Bakteriengruppe, die eine hohe Aktivität gegen Pilze aufweist. Die mit Weizen durchgeführten Feldversuche weisen darauf hin, dass die Nutzbakterien den Pflanzen helfen, mit dem durch Krankheiten und Schädlinge verursachten Stress umzugehen.

Bedeutung für die Forschung

Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass in Schweizer Landwirtschaftsböden nützliche Mikroorganismen vorhanden sind, die aktiv zur Gesundheit der Böden beitragen. Um herauszufinden, wie sich diese natürlichen "Polizisten" durch angepasste Anbaumethoden vermehren lassen, sind weitere (praktische) Studien erforderlich.

Bedeutung für die Praxis

Die Entwicklung neuer Biokontrollmethoden gegen Krankheiten und Schädlinge in Getreidekulturen trägt dazu bei, dass Nahrungsmittel sicherer und umweltfreundlicher produziert werden.

Originaltitel

Sustaining and improving soil health with plant-beneficial bacteria

Projektverantwortliche

  • Dr. Monika Maurhofer, ETH Zürich
  • Dr. Christoph Keel, Universität Lausanne

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. Monika Maurhofer Bringolf Integrative Biologie Pflanzenpathologie
ETH Zürich
Universitätstrasse 2 8092 Zürich +41 44 632 38 69 monika.maurhofer@usys.ethz.ch

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