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Bodeninformationssysteme: Bodeninformationssysteme und (digitale) Bodenkartierung

 

Das Projekt untersuchte wie andere europäische Länder Bodenkarten generieren und wie sie diese Informationen zur Verfügung stellen.

Hintergrund (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Genaue räumliche Bodeninformation ist eine wichtige Grundlage für die nachhaltige Nutzung der Ressource Boden. In der Schweiz fehlt diese Information für einen grossen Teil der Landesfläche. Um diese Lücke effizient zu schliessen, interessiert, wie andere europäische Länder Bodeninformation erheben und wie sie diese zugänglich machen.

Ziel

Das Projekt hatte zum Ziel einen Überblick über die Verfügbarkeit von Bodeninformation in europäischen Ländern zu schaffen. Dazu wurden aktuelle und abgeschlossene Kartierungsprojekte zusammengestellt und deren Inhalt und methodisches Vorgehen analysiert. Weiter wurde angeschaut welche Bodeninformationen zur Verfügung stehen und wie der Zugang geregelt wird.

Resultate

Verfügbarkeit von Bodenkarten: Die detailliertesten landesweiten Bodenkarten sind in Staaten des ehemaligen Ostblocks vorhanden. In Westeuropa führten Belgien und Österreich eine flächendeckende Kartierung im Massstab 1:20’000 bzw. 1:25'000 durch. Ausser Deutschland und den Niederlanden haben keine anderen westeuropäischen Länder landesweit mittel- oder grossmassstäbige Karten. Teilregionen (z. B. Bundesländer) verfügen häufig über detailliertere Bodeninformation.

Aktuelle Bodenkartierungen: In 16 der 38 betrachteten Ländern wurden in den letzten zehn Jahren Bodenkarten neu erstellt oder bestehende Kartenwerke aktualisiert. Dabei nimmt die Harmonisierung und Auswertung von vorhandenen Archivdaten eine wichtige Rolle ein. In einem Drittel der Länder wurden statistische Methoden verwendet (Bodenmodellierung, Digital Soil Mapping).

Bodeninformationssysteme: Mehr als zwei Drittel der betrachteten Länder verfügen über ein meist frei zugängliches Bodeninformationssystem. Häufig gibt es zudem Anwendungskarten für bestimmte Bodenfragen.

Bedeutung für die Forschung:

Methodische Aspekte: Die direkte digitale Datenerfassung im Feld wurde in mindestens vier europäischen Kartierungsprojekten erfolgreich eingesetzt. Aufgrund der deutlichen Verbesserung der Datenqualität sollte sie auch in Schweizer Kartierungen eingesetzt werden.

Bedeutung für die Praxis:

Organisation der Bodenkartierung: Die Erhebung von Bodeninformation wird in Europa von der öffentlichen Hand finanziert. Bodeninformation wird auf nationaler Ebene erhoben, ausser föderale Einheiten erstrecken sich wie in Deutschland über grosse Flächen. Für die Schweiz ist eine nationale Stelle (Kompetenzzentrum) zur Erneuerung und laufenden Optimierung der Kartiermethodik zu schaffen. Diese Aufgabe wie bisher den Kantonen zu übertragen, ist ineffizient.

Flächendeckende und multifunktionale Bodenbeurteilung: Für den Vollzug wird in Europa flächendeckend homogene und umfassende Bodeninformation erhoben. Die Nachfrage nach landesweiten Bodendaten in der Schweiz ist damit kein Einzelfall. Die Beschränkung auf eine bestimmte Problematik (z.B. Bestimmung von Fruchtfolgeflächen), verringert den Kartierungsaufwand nur wenig.

Schweizer Bodeninformationsplattform: Als Einstiegspunkt zu den Bodeninformationen ist eine zentrale, frei zugängliche Bodeninformationsplattform anzustreben. Die Plattform sollte mit einer Datenservicestelle verbunden sein, da Bodendaten komplex sind und Nutzerinnen und Nutzer meist interpretierte Aufbereitungen der ursprünglichen kartierten Bodendaten benötigen.

Originaltitel

Bodeninformationssysteme und (digitale) Bodenkartierungsprojekte in Europa: Was kann die Schweiz davon lernen?

Projektverantwortliche

  • Andreas Jürg Papritz, ETH Zürich
  • Stéphane Burgos, BFH
  • Marco Carizzoni, BABU GmbH
  • Armin Keller, Agroscope
  • Fabio Wegmann, BAFU

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

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Dr. Andreas Jürg Papritz Institut für Terrestrische Ökosysteme
ETH Zürich
Universitätstrasse 16 8092 Zürich +41 44 633 60 75 papritz@env.ethz.ch

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