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Bodenindikatoren: Bodenindikatoren für eine nachhaltige Raumplanung

 

Boden als Ressource ist bei Entscheidungen in der Raumplanung wichtig. Sie erbringen unterschiedliche Leistungen für die Menschen, die zunehmend um diese Leistungen konkurrieren. Um die vielfältigen Nutzen der Böden bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen zu können, haben wir zwei Bodenqualitätsindizes entwickelt, mit deren Hilfe sich die Funktionen und Leistungen der Böden für das menschliche Wohlbefinden schnell und umfassend beurteilen lassen.

Hintergrund (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Trotz unseres umfangreichen Wissens über die Böden werden diese bei der Raumentwicklung häufig als reine Flächen betrachtet. Das liegt vor allem daran, dass Bodendaten entweder nur eingeschränkt vorhanden oder nur begrenzt zugänglich sind und der Wert der Böden nur schwer zu vermitteln ist. Ausserdem fehlten bisher speziell für die Anwendung in der Raumplanung entwickelte Indizes.

Ziel

Ziel dieser Fokusstudie war (1) die Anpassung eines existenten deutschen Bodenqualitätsindex, speziell für die Steuerung der Raumentwicklung in der Schweiz (BOKS) und (2) die Entwicklung eines Bodenqualitätsindex, der die einzelnen Ökosystemleistungen der Böden und die Präferenzen verschiedener Interessengruppen berücksichtigt, sodass eine sektorübergreifende Zusammenarbeit möglich und die Kommunikation über den Wert der Böden gefördert wird (SQUID).

Resultate

Anhand der beiden neu entwickelten Indizes BOKS und SQUID lässt sich die räumliche Verteilung dere "Hot- und Coldspots" der Bodenqualität aufzeigen. Die Indizes haben dabei verschiedene Vor- und Nachteile: BOKS ist einfach anzuwenden, erlaubt eine klare Unterscheidung der unterschiedlichen Bodenqualitäten, bietet einen guten strategischen Überblick und unterstützt eine schnelle Entscheidungsfindung. SQUID dagegen zeigt die räumliche Verteilung der Ökosystemleistungen der Böden auf und verringert die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage. Dieser Index kann eine grosse Bandbreite von Präferenzen verschiedener Interessengruppen berücksichtigen und eine umfassende Diskussion der Bodennutzung fördern, was letztlich zu einer nachhaltigeren Raumentwicklung führt.

Bedeutung für die Forschung

Beide Indizes können der Raumentwicklung wertvolle Hinweise zur Verteilung, Nutzung und Verfügbarkeit von guten und schlechten Böden geben. Ausserdem kann der SQUID-Index Informationen über das Angebot an bodenbasierten Ökosystemleistungen liefern und dieses mit der entsprechenden Nachfrage verknüpfen, da er die Präferenzen der Interessengruppen berücksichtigt. Beide Bodenqualitätsindizes können als Grundlage für neue Instrumente für die Raumentwicklung dienen.

Bedeutung für die Praxis

Die durchgeführten Untersuchungen erlauben eine ganzheitliche Beurteilung grossflächiger Landinvestitionen. Dies wird helfen, den rechtlich-politischen Umgang mit Produkten aus solchen Projekten (Biotreibstoffe, Agrarrohstoffe usw.) auf eine fundierte Basis zu stellen. Die internationale Verfügbarkeit der Ergebnisse erlaubt Entscheidungsträgern betroffener Regionen eine fundierte Folgenabschätzung geplanter und bestehender Investitionen in Agrarfläche. Es zeigt sich die Notwendigkeit, vor der Implementierung derartiger Projekte eine Vulnerabilitätsanalyse zu erstellen und einen Notfallplan mit entsprechenden Verantwortlichkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten zu definieren.

Originaltitel

Developing of soil indicators for sustainable spatial development

Projektverantwortliche

  • Adrienne Grêt-Regamey, ETH Zürich
  • Lukas Bühlmann, Schweizerische Vereinigung für Landesplanung VLP-ASPAN

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

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Prof. Adrienne Grêt-Regamey Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung
ETH Zürich
Wolfgang-Pauli-Strasse 15 8093 Zürich +41 44 633 46 88 gret@nsl.ethz.ch

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